Natalie Müller – 15, zu Fuß in der Stadt

vorschau-natalie

Mein Name ist Natalie. Ich bin (wie meine Mama zu sagen pflegt) ein ganz normales Mädchen. Dennoch nervt mich momentan Vieles. Manchmal auch meine Familie, obwohl sie alle ganz in Ordnung sind. Ich treffe mich ab und an mit Daniel aus der Musikschule. Er hilft mir bei Mathe und ehrlich gesagt, ist er auch sonst ziemlich nett. Meistens bin ich zu Fuß unterwegs. Ich habe keine langen Wege zur Schule und zum Sport. Aber diese Fußmärsche haben es oft in sich …


Neulich auf dem Weg zum Tennis …
Ich gebe zu, ich höre für mein Leben gern Musik – auch auf der Straße. Und am liebsten ganz laut. Und mal ganz ehrlich: Das machen doch alle. Ich war auf dem Weg zum Tennis und ein wenig aufgeregt, weil ich wusste, dass Daniel auch dort sein würde. Wie auch immer. Beim Überqueren des Zebrastreifens an der Hauptstraße hätte mich so ein dummer PKW fast überfahren. Der musste eine Vollbremsung machen und hupte auch noch. Unglaublich, oder?

Eine ältere Dame musste mich auffangen, weil ich vor Schreck stolperte und ihr direkt in die Arme fiel. Ganz ehrlich, wozu gibt es denn wohl Zebrastreifen? Doch damit wir Fußgänger sie bedenkenlos überqueren können, oder?!

Natalie-Musik-DVR-RESPECT


info

 

Häufig sind es nicht die Autofahrer, sondern die Fußgänger, die einen Unfall verursachen. Bedenkenlos loslaufen, laute Musik hören, sich ablenken lassen von Begleitpersonen oder einer Handy-Nachricht. Das kennt jeder von uns.

Ein Zebrastreifen garantiert dem Fußgänger vielleicht rechtliche Sicherheit, aber schützen tut er ihn nicht. Auch Autofahrer werden oft abgelenkt und können dann die Situation nicht sofort erfassen und eventuell Fußgänger zu spät sehen.


statistisch betrachtet …

… hat jeder zweite der 14.220 15- bis 17-Jährigen, die 2012 an einem Unfall beteiligt waren, diesen auch verursacht. Die Jugendlichen verunglückten vor allem an den Wochenenden, in den Abend- und Nachtstunden tödlich.

 

Von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag in der Zeit von 18:00 Uhr abends bis 06:00 Uhr morgens starben 34 Jugendliche. Das heißt: in dieser Zeit kam fast jeder dritte im Straßenverkehr verletzte Jugendliche ums Leben.

fussgaenger2

Verunglückte 15- bis 17-jährige
nach Art der Unfallbeteiligung

Natalie-Statistik-DVR-RESPECT

Quelle: Statistisches Bundesamt 2012


Was denkt Ihr darüber?

Diskutieren Sie mit Ihren Schülern:

Sollte man sich als Fußgänger tatsächlich so voller Vertrauen im Straßenverkehr bewegen? Gibt es wirklich bedenkenlose Zonen? Was bedeutet Rücksichtnahme für Fußgänger wirklich? Rücksicht auf sich selber, oder auch Rücksicht auf Autofahrer, die „auch nur Menschen“ sind?

Natalie-Tennis-DVR-RESPECT