Matthias Müller – 54, unterwegs im PKW


Hallo. Ich bin Matthias. Ich bin hier der Herr im Haus. Nein, nicht wirklich. Die eigentliche Chefin ist meine Frau Corinna. Und unsere Kiddies geben sowieso den Ton an. Ich arbeite in einem großen Unternehmen am Rande von Berlin, bin die meiste Zeit im Büro und nutze unseren Familienwagen, um zur Arbeit zu kommen. Das ist auf der einen Seite bequem, andererseits aber auch ziemlich nervig. Während der Stoßzeiten steht man oft im Stau und kommt nur langsam voran. Da muss man manchmal Gas geben, um nicht zurückzubleiben!


Als die Ampel auf Grün sprang …

Vorgestern war es einfach unglaublich voll. Wieder irgend ein Großevent in Berlin. Wenn man dort lebt, kann das ganz schön nerven. Ich hatte Pech. Rote Welle. Immer direkt vor mir schaltet die Ampel auf Rot. Als sie auf Grün springt, klingelt plötzlich mein Telefon. Männer und Multitasking, sag ich nur. Ich gucke hin, geb gleichzeitig Gas und da passierts …

 

… ein Jogger läuft mir direkt vors Auto. Dieser Volltrottel. Gerade noch so kann ich vollbremsen und nach rechts ausweichen. Den Fahrradfahrer neben mir hatte ich total übersehen. Er stürzt und verletzt sich an der Schulter. Meine Fahrertür hat eine Delle. Richtig ernsthaft verletzt wurde Gott sei Dank keiner. Schrecklich, diese Hektik und der Verkehr. Am besten, man zieht aufs Land.



info
In der Tat ist es so, dass die schwerwiegendsten Unfälle gar nicht im Stadtverkehr, sondern auf Landstraßen passieren.
Dafür aber ist der Stadverkehr sehr hektisch. Die Nerven liegen nach einem anstrengenden Arbeitstag blank.
Die Konzentration lässt nach. Viele Handlungen werden gleichzeitig abgerufen. Vermeintliche Hilfsmittel, wie Radio,
Smartphone und Navigationsgeräte, lenken meistens mehr ab, als dass sie nützen. Das verursacht die große Anzahl an
kleineren Unfällen mit Blech- und Personenschäden.


statistisch betrachtet …

… registrierte die Polizei in 2012 bundesweit insgesamt 2,4 Millionen Unfälle, das waren 1,7 % mehr als im Jahr 2011. Bei sieben von acht Unfällen blieb es bei Sachschaden, bei
jedem achten Unfall gab es Tote oder Verletzte.

 

 

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Anzahl der Getöteten bei Straßenverkehrsunfällen nach Beteiligungsart und Unfallort

Quelle: Statistisches Bundesamt 2012


Was denkt Ihr darüber?

Diskutieren Sie mit Ihren Schülern:

Wie denkt Ihr über das Verhalten von Matthias in dieser Situation und grundsätzlich?
Wer hat richtig, wer falsch gehandelt, Matthias, der Jogger oder der Fahrradfahrer? Hätte er hinter dem Auto von Matthias fahren müssen?
Ist es eine Lösung, aufs Land zu ziehen? Ist es dort womöglich weniger gefährlich? Zum Beispiel bei Fahrten auf der Landstraße?