Corinna Müller – 42, unterwegs im ÖPNV

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Ich bin Corinna. Meine Kinder habt Ihr auf den ersten Seiten ja schon kennengelernt. Ich bin also die Mama. Meine Familie ist toll. Zusammen sind wir ein gutes Team, wenns auch manchmal nicht ganz einfach ist. Ich arbeite halbtags, den Rest des Tages bin ich für meine Family da. Das bedeutet planen, einkaufen, organisieren. Alles per Bus und Bahn. Das ist in Berlin total easy und stressfreier, als mit dem Auto unterwegs zu sein. Und dennoch. Manchmal könnte ich aus der Haut fahren …


Hektik pur …

Normalerweise plane ich meine Woche von A bis Z. Bei drei Kindern plus Job geht das gar nicht anders. Aber gestern fiel mir ein, dass Natalie heute in der Schule einen nachträglichen Geburtstagskuchen ausgeben will. Das hatte ich völlig vergessen. Wenn ich ganz genau um 12:00 Uhr von der Arbeit losrenne, kann ich den Bus um 12:10 Uhr gerade so eben schaffen. Und was passiert? Klar. Mein Chef hält mich auf. Nur 3 Minuten. Aber die reichten, um mich total in Hektik zu bringen. Ich stürme also aus dem Büro, sehe den Bus noch an der Haltestelle stehen und starte durch …

 

… In dem Moment schließt die Tür. Ich will gerade fluchend in Wuttränen ausbrechen, da bemerke ich, wie die Bustür sich wieder öffnet. Ganz vorn, im Blickfeld des Fahrers steht eine alte Dame, die meine Eile beobachtete und dem Fahrer ein Zeichen gab. Im Vorbeirennen konnte ich mich noch schnell bedanken. Auch bei dem Busfahrer. Der Kuchen war lecker, sagte Natalie, und ich war glücklich.



info

 

Im öffentlichen Personennahverkehr kommt es häufiger zu Unfällen, als man glaubt. Gerade zu Stoßzeiten,
wenn die Schule beginnt oder endet, vor und nach den Kernarbeitszeiten, wird es hektisch und voll.
Es gibt ungeschriebene Gesetze und Regeln beim Ein- und Aussteigen in Busse und Bahnen und auch bei der
Verteilung der Sitzplätze. Aber hält sich jeder daran?


statistisch betrachtet …

Nach Einschätzung der Polizei trugen insgesamt 41,4 % der unfallbeteiligten Omnibusfahrer die Hauptschuld am Zustandekommen des Unfalls, an dem sie beteiligt waren. Bei den beteiligten Fahrern von Schulbussen trugen mit 56,3 % und bei den Reisebussen mit 53,2 % mehr als die Hälfte die Hauptschuld an den Unfällen. Wesentlich weniger häufig waren Linienbusfahrer die Hauptverursacher (38,9 %) des Unfalls, in den sie verwickelt waren.

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Fehlverhalten der Fahrer von Omnibussen 2012 bei Unfällen mit Personenschaden

Quelle: Statistisches Bundesamt 2012


Was denkt Ihr darüber?

Diskutieren Sie mit Ihren Schülern:

Die meisten Schüler kennen das. Überfüllte Busse, drängelnde Erwachsene, alte Menschen, die ihr Recht einfordern und manchmal sogar unhöflich sind. Und sicher haben die meisten es auch schon erlebt, dass ein Bus vor der Nase weggefahren ist. Hat der Busfahrer das extra getan?
Wie sind die Busfahrer so drauf? Freundlich oder eher unfreundlich? Warum ist das so? Was erlebt diese Berufsgruppe so den ganzen Tag? Habt Ihr darüber schon mal nachgedacht?